Die schönste Strecke der Welt
Eine Hommage an die Hamburger Zuschauer

rg Hamburg - Jörg Grünhagen kennt die Welt. Zumindest die Marathonstrecken auf fünf Kontinenten. Zuletzt lief er in New York, Honolulu und Las Vegas. Ein Rennen möchte der 28jährige aus Sülze bei Celle aber nicht missen: den Hamburg-Marathon. Diesmal startet er mit der Nummer 7486 - und wie immer mit einem gelben T-Shirt. "Was hier beim Publikum abgeht", sagt Grünhagen, "das gibt es nirgendwo auf der Welt. In dieser Beziehung ist Hamburg absolute Weltklasse."
Drei Abschnitte der Strecke haben es dem Veranstalter von laufreisen (Motto: Alles ist möglich) besonders angetan. Die Passage vor Kilometer 20 (Schöne Aussicht), der Klosterstern (37,5) und der Zielbereich.
Den ersten Punkt vergleicht er mit den Bergankünften der Tour de France. "Die Zuschauer stehen hier so dicht gedrängt, daß nur zwei, drei Läufer durchkommen. und sie feuern jeden derart leidenschaftlich an, daß es einem eiskalt den Rücken runterläuft. Ich möchte an dieser Stelle am liebsten wieder umkehren und noch einmal da durchlaufen."
Am Klosterstern, bekennt Grünhagen, sei die Atmosphäre ähnlich, und ins Ziel am Fernsehturm, das auf den letzten Kilometern endlos weit entfernt scheint, werde jeder vom Beifall "regelrecht getragen".
Auch für die Schönheiten der Strecke hat Grünhagen einen Blick. "Alster, Elbe, Elbchausee, die Speicherstadt, das ist schon einmalig auf der Welt."
 

18. April 1998, Hamburger Abendblatt