New York Diary des CZ-Sportredakteurs Jürgen Poestges
"You make it everywhere"
 
Foto: Bongarts Imposantes Bild vom New York Marathon. "If you make it there, you make it everywhere". Das haben schon viele bekannte Leute gesungen über New York. Wir konnten zunächst einmal gar nicht viel machen. Denn als wir im schönsten Landeanflug waren, startetet der Jumbo der KLM noch einmal durch. Kein Problem, beeilte sich der Kapitän schnell zu versichern. Da war nur noch ein Flugzeug auf der Landebahn im Weg. Das kann in New York schon mal passieren. Das ist eben immer viel los.
So kamen wir in den Genuß einer Ehrenrunde, und wir stellten fest, daß Long Island so heißt, weil sie so ist: Eben eine lange Insel.
Mein zweiter Eindruck der New Yorker Außenbezirke wurde von Wassertürmen bestimmt. Wie kleine Pilze sehen sie aus, aus der Luft, wie sie sich da in fast regelmäßigen Abständen von den Häusern der Vorstadt abheben.
Wunderschön war dann aber mein dritter Eindruck. "Kleinere" Anwesen mit eigenem Tennisplatz, viele Bäume darum herum, und das herbstliche Laub strahlte in allen Farben, angestrahlt von der Sonne über der Acht-Millionen-Metropole der Vereinigten Staaten.
Dann allerdings ging ein Geduldsspiel los. Schon im Flieger mußten wir alle Formulare ausfüllen. Und im Flughafen dann durften wir uns in eine Schlange anstellen, um dann nach rund einer Stunde endlich am Schalter zu stehen und einen Teil der grünen Karte in den Reisepaß geheftet zu bekommen, der Rest wurde einbehalten. Dann gab es da noch eine weiße Karte. Die mußten wir einfach dem netten Mann abgeben, der am Flughafen-Ausgang wartete. Es ist eben ganz einfach, in die USA hinein zu kommen.
Der erste Abend in New York - daheim war es inzwischen Mitternacht - verlief dann eigentlich mehr im Traumzustand. Alle waren restlos geschafft von der Reise. Aber keiner wollte so früh nach New Yorker Zeit in die Federn, um nicht nachts um drei Uhr wieder hellwach zu sein.
Unter anderem stand die Übernahme des Zimmers auf dem Programm. Es ist eines in einem Hotel mit dem sinnigen Namen "The New Yorker" und befindet sich in luftiger Höhe: Im 33. Stock nämlich.
Jürgen Poestges

31. Oktober 1997, Cellesche Zeitung