New York City - die wohl aufregendste und
faszinierendste Stadt der Welt. Eine Stadt, die sich ständig verändert
und von der man nicht umsonst behauptet, daß einem hier alles passieren
kann! Am 3. November findet zum 27. Mal der New York-Marathon statt. Und
Jörg Grünhagen aus Sülze ist dabei. Im folgenden gibt er
seine Eindrücke wieder.
| Es war der 12. November
1995. Der Tag an dem der 26. New York Marathon ausgetragen wurde! NY ist
eine sportbegeisterte Stadt. Die Einwohner lieben ihre Teams, egal ob es
die Yankees im Baseball, die Rangers im Eishockey, die Knicks im Basketball
oder die Giants und Jets im American Football sind. Ob in den Stadien (besonders
im Madison Square Garden, im Herzen von Manhattan gelegen), in den unzähligen
Sportbars, auf der Straße, überall wird ständig über
die Heimteams diskutiert. Sehr zum Leidwesen New Yorker Ehefrauen, die
besonders im Oktober/November kaum noch etwas von ihren Ehemännern
haben, da alle vier Ligen gleichzeitig laufen!
Getopt wird alles nur durch ein Sportereignis im November - den NYC-Marathon! Die Zahlen sind gigantisch: 30 000 Läufer und über zwei Millionen Zuschauer werden erwartet. Letztes Jahr hatte ich das Glück, als Zuschauer an der Strecke zu stehen. Zunächst war es überraschend in Manhattan autofreie Straßen zu sehen, in denen sonst schon eine Geschwindigkeit über dem Schrittempo als utopisch anmutet, da alle Straßen ständig verstopft sind. Dann aber gab es kein Halten mehr! Als die ersten Läufer zu sehen waren, erfaßte die Zuschauer und unglaubliche Begeisterung. Jeder Läufer wurde vom Publikum frenetisch angefeuert, egal ob erster oder letzter. Dies ist um so bemerkenswerter, da die Strecke 10 Stunden lang gesperrt war, trotzdem ging kaum ein Zuschauer vorzeitig. Diese Erfahrung weckte in mir den Entschluß, im nächsten Jahr am Marathon selbst teilzunehmen. Leicht gesagt! Schon bald zeigten sich erste Probleme. Eine Startgenehmigung zu bekommen ist nicht ganz einfach: Jährlich bewerben sich ca. 60 000 Läufer. 19 000 Startgenehmigungen gehen an Ausländer und 9 000 an Amerikaner. Die Zuteilung erfolgt per Lotterie, es sei denn, man kann als Mann eine gelaufenen Zeit von unter 2:30 Stunden (Frauen: drei Stunden) innerhalb der letzten zwei Jahre bei einem der größeren Stadtmarathons nachweisen! Eine andere sicherere - aber auch kostspieligere - Möglichkeit an eine der restlichen 2000 Startgenehmigungen heranzukommen besteht darin, eine Pauschalreise für ca. 2000 DM über eine Reiseagentur, die als Vertragspartner für den New York Road Runners Club fungiert, zu buchen. Als ich endlich zu den Glücklichen gehörte, die eine Startgenehmigung ihr eigen nennen durften, blieb natürlich noch das sportliche Problem. Außer ein paar der üblichen Jogging-Läufe hatte ich keinerlei Erfahrung. |
Durch die Straßen von New York zieht der Marathon. Zwei Teilnehmer aus dem Kreis Celle sind dabei. |
26. Oktober 1996, Cellesche Zeitung