Operation ist dieses Wochenende / Mehr Informationen unter "www.funrunners.de/maria"
Sonnenschein, der Wolken vertreibt:
Celler rettet Leben von kleiner Maria
Cellesche Zeitung, 19. Februar 2000 (Von Sebastian Wenzel)
CELLE. Mit Hilfe des Internets kann man Bomben bauen und Pornobilder austauschen. Man kann das Netz aber auch sinnvoll nutzen: zum Beispiel um Menschenleben zu retten. Der Celler Jörg Grünhagen hat genau das getan.

Grünhagen (Foto) rettet das Leben von Maria Tabacaru. Maria wurde am 12. Januar dieses Jahres in Klausenburg, Rumänien, geboren. Seitdem sie das Licht der Welt erblickte, leidet die kleine Maria an Steißbein Teratoma, einem seltenen Tumor. Die Zeit ist gegen Maria.
Wenn der Tumor nicht sofort entfernt wird, stirbt sie spätestens in drei Jahren. Die Eltern von Maria wussten nicht weiter. Zwar waren die rumänischen Ärzte in der Lage die Krankheit richtig zu diagnostizieren, behandeln konnten sie diese allerdings nicht. Daraufhin veröffentlichten die Eltern auf Englisch und Rumänisch im Internet einen Hilferuf.

Jörg Grünhagen

Jetzt kam Grünhagen ins Spiel.

Maria

Er übersetzte die Internetseiten ins Deutsche und durchstöberte das Netz nach mehr Informationen über diese seltene Krankheit und Ärzten, die sie behandeln können. Grünhagen machte die Nächte zum Tag. Er opferte seine ganze Freizeit für das kleine Kind - 40 Stunden pro Woche arbeitete er neben seinem Job, an der Rettung von Maria. Dann der Durchbruch. Grünhagen stieß auf die Kinderchirugie an der Universität Jena und somit auch auf Professor Doktor Felix Schier. Der Arzt kennt die Krankheit und ist bereit Maria zu operieren. Nur 10.000 DM will die Klinik für den Eingriff haben. Andere Kliniken wollten das Doppelte. 500 DM sind durch Spendenaufrufe zusammengekommen. 3700 DM spendete der Verein "Hoffnungsfunken". Für die restlichen 5800 DM stellt der Verein ein zinslosen Darlehen zur Verfügung. Grünhagen unterschrieb und hofft nun durch Spenden ausreichend Geld zusammenzubekommen. Doch noch ist das Geld nicht das größte Problem von Grünhagen. Erst muss Maria die Operation hinter sich bringen. Am Sonntag reist Grünhagen deswegen nach Jena. Dort empfängt er die Familie Tabacaru und ist ihr Dolmetscher. Zusätzlich macht er die Familie mit einer Betreuerin bekannt, die er gesucht hat. Am Montag fährt er zurück nach Celle - schließlich muss er seiner normalen Arbeit als Geschäftsführer einer Internet-Agentur nachgehen. Für die Eltern von Maria ist allerdings schon jetzt ein kleines Wunder wahr geworden. "Es war wie ein Sonnenschein, der die Wolken um uns herum vertrieb." Mit diesen Worten bedanken sie sich auf ihrer Internetseite für die Resonanz, die sie aus der ganzen Welt erhalten haben. Nach der Operation wollen Grünhagen und seine Freunde aus Rumänien und Österreich die Internetseite ausbauen. Es soll eine zentrale Anlaufstelle für Steißbein Teratoma entstehen. Mehr Informationen über diesen Fall und die Nummer des Spendenkontos finden Internetinteressierte im Internet unter der einprägsamen Adresse www.funrunners.de/maria.