Von Jürgen Poestges
BERGEN. "Alles ist möglich!" Das ist
das Motto von Jörg Grünhagen. Der 28jährige aus Sülze
sieht dieses Motto legitimiert durch seine Erfahrungen, die er durch das
Bereisen fremder Länder und seine eigene Neugier und seinen Wissensdurst
gemacht hat.
| Eines seiner größten
Erlebnisse aber war die Teilnahme am New York-Marathon des vergangenen
Jahres. "Das waren Eindrücke und Erlebnisse wie ich sie so noch nie
erlebt habe," so Grünhagen.
Dabei gibt er zu, daß er selber recht naiv war, als er im Mai 1996 mit dem Lauftraining begann. "Ich hatte keinerlei läuferische Erfahrung, war froh, meinen ersten Lauf über zehn Kilometer einigermaßen überstanden zu haben." Angetrieben von den Erfahrungen, die er hauptsächlich auf seinen zahlreichen Auslands-Aufenthalten gesammelt hat, gab er aber seine "Läuferkarriere" nicht auf. "Seit 1989 verbringe ich jeden Urlaub in Amerika. Dort habe ich viele Leute kennengelernt, vom "einfachen" New Yorker bis zu knallharten Geschäftsleuten". Durch ein einmonatiges Studium am Wagner College in New York - als einziger deutscher unter 80 Studenten aus 40 Nationen - lernte er weiter den Umgang und das Verständnis für andere Kulturen. "Meine Erfahrung aus diesen Erlebnissen ist, daß alles möglich ist. Es gibt keinerlei Grenzen, solange man nicht daran glaubt. Er gibt keine besseren oder schlechteren Menschen, sondern höchsten erfolgreichere, die von ihrem Willen vorangetrieben werden." Und diese Einstellung führte ihn schließlich zur Teilnahme am New York Marathon 1996. "Wenn jedes Jahr 28 000 Menschen aus 113 Nationen den Marathon durchstehen können, warum sollte ich es nicht auch können?" In knapp unter vier Stunden erreichte er sein Ziel. Daraufhin intensivierte er sein Training über den Winter. "Und im April dieses Jahres beendete ich meinen zweiten Marathonlauf in Hamburg schon unter drei Stunden." Aber der ehrgeizige Sülzer sieht seine Leistungsgrenze immer noch nicht erreicht: "In diesem Jahr will ich in New York unter die Top 100 laufen." Dazu ist auch ein gehöriges Trainingsprogramm nötig. "Derzeit laufe ich pro Woche rund 130 Kilometer, außerdem steht noch zweimal Krafttraining auf dem Programm". |
Der Bergener Jörg Grünhagen: Im Ziel des Hanse-Marathons in Hamburg restlos erschöpft, aber zufrieden. |
Noch mehr Spaß als
persönliche Leistung bereitet es Jörg Grünhagen aber, andere
Menschen zu motivieren. "Vor allem, um zu beweisen, daß sich der
Landkreis Celle vor niemandem aus der Welt verstecken muß, habe ich
interessierte Menschen angesprochen". Das Resultat: "Die Celle Fun Runners".
In diesem Jahr wird Grünhagen mit einer Gruppe aus dem Landkreis,
derzeit sechs Mann stark, an den Start gehen. "Die Fun Runners decken jede
Altersstruktur ab. Und die Zielsetzung der Teilnehmer sind recht unterschiedlich.
Aber darum geht es auch nicht. Jeder ist ein Gewinner, der diese 42,195
Kilometer hinter sich gebracht hat", meint Grünhagen.
Auch hinter dieser kleinen
Gruppe stehen hilfreiche Menschen. Da ist einmal Betreuer Charles Busch
aus Sülze. "Ohne ihn hätte ich mein derzeitiges Trainingspensum
nie durchziehen können." Außerdem ist da Kerstin Lüders
aus Bergen, die "einige Stunden vor dem Computer" zubrachte, um das Logo
der Fun Runners zu entwerfen. Dies wird auch auf den T-Shirts der Läufer
zu sehen sein, die das Autohaus Marhenke zur Verfügung stellt. Junior-Chef
Ulrich Marhenke war im vergangenen Jahr selbst in New York dabei.
Unterstützung fand
der Sülzer auch in der Agentur "Sportflugreisen Grosse-Coosmann" (Münster),
die sich auf die Organisation solcher Touren zu Marathon-Läufen spezialisiert
hat.
Die "Celler Fun Runners"
sollen keine Konkurrenz für irgendwelche lokalen Vereine sein. "Wir
sind ein lockerer Zusammenschluß, der bei Weltveranstaltungen antreten
will, um den Landkreis Celle zu vertreten", stellt Grünhagen die Zielsetzung
seiner Läufergruppe dar.
Am 29. Oktober startet die
siebenköpfige Gruppe zum "Abenteuer" New York-Marathon. Wer auf den
Geschmack gekommen ist, der sollte sich umgehend mit Jörg Grünhagen,
In den Wiesen 6, 29303 Bergen, Tel. 05054/8599, in Verbindung setzen. "Für
den ein oder anderen ist sicherlich noch ein Platz frei," so der Sülzer
Marathon-Fan.
11. Juli 1997, Cellesche Zeitung