Die Nachlese des NYC Marathons fällt durchweg positiv aus
Alle Celler "Fun-Runners" haben ihr großes Ziel erreicht
Die Atmosphäre auch von starkem Regen nicht zerstört

Von Jürgen Poestges


NEW YORK/CELLE. "Gewonnen haben wir doch alle!" Thomas Nash brachte es am Abend nach dem New York Marathon auf den Punkt: Alle sieben Läufer aus dem Landkreis Celle hatten durchgehalten. Und bis auf Jörg Grünhagen, der mit der Zeit 2:55:20 Stunden auf Rang 469 landete, waren alle rundum zufrieden.

Der Sülzer war damit immer noch der Schnellste aus dem heimischen Raum. Unter vier Stunden blieben auch Horst Budick (3:50:35 Std., Rang 7276) und Tom Nash (3:54:03/8111). Reinhard Wieters landete in 4:04:07 Stunden auf Rang 10 816. Siegfried Bergmann (4:23:15/15 645) und Manfred McAulay (4:23:16/15 647) bewältigten die Strecke gemeinsam und erreichten die Ziellinie auch fast gemeinsam. Hartmut Hoffmann schließlich wurde in der Zeit von 4:30:14 Stunden 17 372.
Rund 32 000 Läufer waren an den Start an diesem 02. November gegangen. Vor dem Start um 10.45 Uhr hatten die Laufgötter eine lange Wartezeit gesetzt. Zweieinhalb Stunden mußten sich die Marathonis vor dem Start vertreiben. Als es dann endlich losging, kam das Gros der Athleten erst hinter der Verrezano Bridge so richtig in Schwung. Vorher ging es aufgrund der Masse eher im Schrittempo. Die zahlreichen 

Zieleinlauf bei Regen
Zieleinlauf bei sintflutartigem Regen: Unermüdlich kämpften sich die Läufer
über den herbeigesehnten Strich.                                Fotos (4): Poestges
NYC-Medaille 1997Kleidungsstücke, die dann im Startraum zurückblieben, wurden von caritativen Einrichtungen eingesammelt und Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Es ist eben alles durchorganisiert in New York.
Geburtstagskind Manfred McAulay, er wurde am 02. November 41 Jahre alt, und Siegfried Bergmann trafen sich kurz nach dem Start und beschlossen, die 42 Kilometer gemeinsam zu bestreiten. Auf der Strecke trafen sich auch Tom Nash, der aufgrund einer Familienfeier erst am Abend des Vortags eintraf und Horst Budick. "Allerdings sagte Tom mir, daß er sich nicht so gut fühle. Ich solle doch allein weiterlaufen", erzählte Budick. Das machte er auch. Trotz allem blieben beide unter vier Stunden. Eine Leistung die für sich spricht!
Jörg auf den letzten 100 Metern
Jörg Grünhagen, in blau-gelb, auf den letzten 100 Metern.
Reinhard Wieters kam knapp eine halbe Stunde nach seiner Bestzeit ins Ziel. Er wollte mit seiner Familie am gleichen Abend nach Hause zurückkehren. Der Flieger allerdings hatte runde vier Stunden Verspätung. Denn US Präsident Bill Clinton weilte im "Big Apple" und der Flugverkehr wurde komplett eingestellt, bis die "Air Force One" gestartet war. Hartmut Hoffmann, der ohnehin angekündigt hatte, er wolle das Feld vor sich hertreiben, zeigte sich mit seinem Ergebnis ebenfalls zufrieden. Es galt für alle: Ankommen war wichtig!
Das verdient bei diesen äußeren Bedingungen noch mehr Respekt als ohnehin. Etwa zur Mitte des Rennens setzte ein sinnflutartiger Regen ein. Aber ebenso wie die Läufer harrten auch die vielen Zuschauer im Zielbereich aus. Alle bis auf die Knochen durchnäßt. Besondere Aufregung gab es jedesmal, wenn ganz offensichtlich ein Läufer Probleme hatte.
Das Resümee war so für alle positiv. Für den Bavener Siegfried Bergmann soll dies aber nun sein letzter Marathon gewesen sein. "Ich werde mich jetzt auf die zehn Kilometer beschränken, vielleicht auch mal die doppelte Distanz. Aber mehr nicht." Auf den Geschmack gekommen zu sein scheint aber Horst Budick. Eigentlich wollte er in New York seinen ersten und einzigen Marathon laufen. Nun allerdings liebäugelt er mit dem Marathon in seiner Geburtsstadt Berlin. "Das wäre eine tolle Sache für mich, wenn ich da mal dabei sein könnte."
Einig waren sich die Celler allerdings, daß der NYC Marathon alles andere als leicht zu laufen ist. "Es geht sehr viel bergauf. Ich habe beim Freundschaftslauf einmal zurückgeschaut, da konnte man die Steigungen sehr gut sehen", so Hartmut Hoffmann. Auch ein weiterer Celler konnte in der Ergebnisliste, die komplett in der New York Times abgedruckt wurde, ausgemacht werden. Jürgen Rentsch wurde in 2:59:28 Stunden 663.
Wer aus dem Kreisgebiet außerdem noch im "Big Apple" dabei war, der möge sich bei der Celleschen Zeitung melden, damit wir seine Zeit und Plazierung ebenfalls veröffentlichen können.
Die Fun Runners vor dem Freundschaftslauf
Die Fun Runners vor dem Freundschaftslauf (von links): Horst Budick, Hartmut Hoffmann, Manfred McAulay, Reinhard Wieters, Siegfried Bergmann und Jörg Grünhagen. Vorne CZ-Redakteur Jürgen Poestges, der vor dem Lauf auch noch lachen konnte.                                                                                          Foto: Wieters
Rollstuhlfahrer auf dem Weg zum Ziel
Auch das gehört zum New York-Marathon: Ein Rollstuhlfahrer mit Begleitperson. Ganz besondere Anfeuerung der Zuschauer hatten sie sich verdient.

08. November 1997, Cellesche Zeitung