Läufer der LG Celle Land
Grünhagen wurde 31. im Petersburg-Marathon

BERGEN/ST. PETERSBURG. Am 20. Juli fand in der russischen Stadt an der Ostsee der neunte Internationale St. Petersburg Marathon statt. Mit am Start war auch Jörg Grünhagen aus Bergen, der für die LG Celle-Land läuft. Für ihn war es bereits sein fünfter Marathon in diesem Jahr, den er zudem in neuer persönlicher Bestzeit absolvierte.

St. Petersburg war für den 29jährigen Berger Weltreisenden in Sachen Marathon eine außergewöhnliche Erfahrung. Denn über Rußland gab es nicht so viel Informationen wie über die USA oder Australien, so daß er viel improvisieren mußte. Doch schon die Ankunft am Dienstag vor dem sportlichen Großereignis war sehr herzlich. In Empfang genommen wurde er hier von Michail Kotschetkow vom Organisationskomitee des St. Petersburg Marathons. Und die freundliche und hilfsbereite Art der Menschen half auch über Sprachschwierigkeiten und sonstige kleine Umstellungsprobleme hinweg. Die zweitgrößte Stadt Rußlands beeindruckte den Läufer aus Bergen insbesondere durch seine historischen Sehenswürdigkeiten. Deutlich wurde aber ebenfalls, daß in St. Petersburg die Moderne Einzug gehalten hat.
Sergej und Jörg
Jörg Grünhagen kurz nach dem Zieleinlauf,
als er von Sergej Donskih vom Organisations-
komitee des St. Petersburg-Marathons in
Empfang genommen wurde.
Am Samstag, 20. Juli, um 19 Uhr war es schließlich so weit. Das Starterfeld für den Marathon wurde zusammen mit den Läufern für die Zehnkilometerdistanz auf die Strecke geschickt. Allein dies sei schon ein grandioser Anblick gewesen, berichtete Grünhagen, denn der Schloßplatz, auf dem der Startschuß fiel, war eingerahmt von besonderen Bauten, unter anderem dem Winterpalais und der 47 Meter hohen Alexandersäule.
Und auch sportlich lief es gut, da die Organisation der Veranstalter klappte. Alle fünf Kilometer gab es Getränke und auch die Absperrungen an den Straßen waren sinnvoll eingerichtet worden. Bei dem Lauf hielt sich Grünhagen strickt an das Tempo von vier Minuten pro Kilometer, das er sich vorgenommen hatte. Und so kam er schließlich nach zwei Stunden, 49 Minuten und 33 Sekunden restlos erschöpft im Ziel an. Hier wurde er von Sergej Donskih in Empfang genommen, den er zwei Tage zuvor bei der Marathonmesse, wo man sich die Startunterlagen abholen mußte, kennengelernt hatte. Mit Hilfe der englischen Sprache entwickelte sich zwischen beiden ein guter Kontakt.
Mit seinem sportlichen Ergebnis zeigte sich der "Celle-Fun-Runner", der 1996 seinen ersten Marathon absolvierte sehr zufrieden. Denn nur 13 Tage nach dem Stockholm Marathon in Schweden, bei dem er in 3:00:53 Stunden knapp sein Ziel, unter drei Stunden zu bleiben, verfehlte, konnte er hier eine persönliche Bestzeit erzielen. Als bester Nicht-Russe kam er auf einen guten 31. Platz der Gesamtwertung in St. Petersburg.
Ziel des Berger Läufers ist es, in diesem Jahr zehn Marathons unter der Drei-Stunden-Grenze zu absolvieren. Viermal hat er es geschafft (Las Vegas, Los Angeles, Hamburg und nun St. Petersburg). Weitere Möglichkeiten dazu hat er Anfang August beim Omsk-Marathon in Sibirien/Rußland und dann im Herbst unter anderem in Berlin und New York.

5. August 1998, Celler Kurier